Herzlich willkommen, liebe Anne-Kathrin!
Ein neues Gesicht, eine neue Stimme, ein neuer Anfang. Wir freuen uns sehr, dich, liebe Anne-Kathrin, begrüssen zu dürfen! Du beginnst heute deine Arbeit als Pfarrerin bei uns und wir wünschen dir dabei Gottes Segen und viel Freude. Lernen Sie Anne-Kathrin Bolender an ihrem ersten Gottesdienst persönlich kennen. Damit der Einstieg etwas leichter fällt, hat sie schon vorab fünf Dinge über sich verraten.
Fünf Dinge, die ihr über mich wissen müsst:
1. Herkunft und Heimat
Wo bist du aufgewachsen und welche Stationen haben dich hierhergeführt?
Die Liebe hat mich in die Schweiz geführt. Meinen Mann habe ich das erste Mal während eines Gottesdienstes im Thurgau gesehen, als ich in meinen Ferien meine Verwandte dort besucht habe. Geboren und aufgewachsen bin ich in der Nähe von Fulda in Deutschland.
Was bedeutet «Heimat» für dich?
Heimat bedeutet für mich, dass ich an einem Ort Wurzeln schlagen kann, mich verstanden fühle, mich freue, nach den Ferien wieder nach Hause zu kommen. Bülach ist für mich meine neue Heimat geworden.
2. Wie du mit Menschen bist
Was ist dir in Gesprächen wichtig – ob in der Seelsorge oder beim Small Talk?
Gespräche auf Augenhöhe: Das ist für mich die Grundhaltung, mit der ich arbeiten und dem Gegenüber begegnen möchte. Im Gegenzug hoffe ich, dass auch die andere Person sich eine solche Gesprächsatmosphäre wünscht.
Wann fühlst du dich in einem Gespräch wirklich angenommen?
Dazu braucht es nicht viel: Sobald ein Dialog entsteht, fühle ich mich angenommen. Darunter verstehe ich, dass ein Austausch entsteht und sich die Beiträge aufeinander beziehen. Solche Gespräche haben für mich einen Mehrwert. Ich freue mich auch über eine Prise Humor, die darf gern dabei sein.
3. Glaube & Zweifel
Was hat dich zur Theologie geführt? War es ein Moment, eine Person, eine Frage?
Als Jugendliche habe ich im Klassenschrank eine biblische Synopse gefunden und war fasziniert. Ich fragte mich damals: Wie kann es sein, dass wir vier Evangelien kennen? In meiner Neugier begann ich zu lesen, zu suchen und wollte immer mehr verstehen.
Hast du selbst Momente des Zweifels und wie gehst du damit um?
Zweifel gehören für mich zu meinem Glauben. Es entstehen immer wieder neue Fragen, die mich zweifeln lassen und mit denen ich mich auseinandersetzen muss. Glaube kann man nicht erzwingen, er lebt von «Aha-Erlebnissen», von Begegnungen und Schlüsselmomenten.
4. Ausgleich & Persönlichkeit
Womit tankst du auf?
An einem regnerischen Nachmittag an einem freien Tag, die Regentropfen prasseln gegen die Fensterscheibe, freue ich mich, wenn ich nicht vor die Tür muss. Da bin ich mit einem guten Buch und einem heissen Becher Tee auf dem Sofa zu finden. Wenn die Sonne scheint, ist es toll mit Freundinnen und Freunden auf der Terrasse zu sitzen, ein ausgelassenes Gespräch zu führen und dabei ein gutes Essen zu geniessen.
Gibt es etwas, das die meisten Menschen überrascht, wenn sie es über dich erfahren?
Viele sind überrascht, wenn sie das erste Mal hören, dass ich Programm Managerin bei einem Triebwerksbauer in der Luftfahrtindustrie war. Dort habe ich den Aufbau einer Montagelinie für das Triebwerk des Airbus A350 betreut. Heute fahre ich gern mit dem Velo Richtung Kloten und schaue den Flugzeugen bei den Starts und Landungen zu. Das ist ein kleiner Gruss aus der Vergangenheit und die Faszination für das Fliegen ist immer noch da.
5. Erwartung & Haltung
Mit welcher Haltung kommst du in unsere Gemeinde?
Ich würde mich als offen gegenüber bestehenden Traditionen und neuen Ideen bezeichnen. Es ist möglich viel auszuprobieren, solang es Gemeinschaft und Teilhabe ermöglicht und theologisch reflektiert ist. Ich wünsche mir, dass alle Mitglieder unserer Kirchgemeinde ihren Glauben auf verschiedene Weise leben können und sich in der reformierten Kirchgemeinde beheimatet fühlen.
Was wünschst du dir von den Menschen hier?
Ich wünsche mir von den Menschen hier, dass sie offen für Begegnungen sind, sich auf Dialoge einlassen und gemeinsam nach Wegen suchen, die unser Miteinander bereichern. Es geht mir darum, dass wir uns gegenseitig so annehmen, wie wir sind, und dass wir uns miteinander in unserem Glauben und unseren Fragen bestärken.